Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer

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Am 4.12.2009 unterzeichneten das Kultusministerium Baden-Württemberg und die Bundeswehr eine Kooperationsvereinbarung: Nach dieser soll nun in Zukunft in Schulen verstärkt Werbung für die Bundeswehr gemacht werden.
Die Bundeswehr macht es den Lehrerinnen und Lehrern einfach: Auf einem Antwortschreiben müssen sie lediglich ankreuzen zu welcher Thematik der Soldat referieren soll, dann ist er schon so gut wie im Haus. Auch Abiturvorbereitung wird angeboten, der Besuch bei einem Truppenteil der Bundeswehr, Erfahrungsberichte direkt aus dem Kriegsgebiet in Afghanistan sowie die Betreuung einer Gruppe von SchülerInnen an Projekttagen der Schule. Selbstverständlich ist auch das Planspiel POL&IS im Angebot inbegriffen. Bei diesem haben die Jugendlichen die Möglichkeit notfalls mit Atomwaffen die Probleme der Weltpolitik zu lösen.
Erste Jugendoffiziere sind schon in Freiburg unterwegs, z.B. heute morgen an der Emil-Thoma-Realschule. In einer dreistündigen Veranstaltung, die von der Klassenlehrerin organisiert war, berichtete ein junger Soldat den ZehntklässlerInnen von seinen Erlebnissen in Afghanistan.
Informationen zur Thematik findet ihr auch in einem vom usta der PH Freiburg eingerichteten Blog.

Am Samstag den 23.1.2010 findet in Freiburg eine hoffentlich große Demonstration statt.
Treffpunkt ist um 15.00 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge zwischen Uni und Theater.

Grüße,
Julu

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2 Antworten to “Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer”

  1. Sebastian Klaus Says:

    Man kann zum Militär stehen wie man möchte – doch gerade in Zeiten einer immer unsicherer werdenden Arbeitsmarktlage, bietet die Bundeswehr konstant qualitative Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich im Endeffekt hervorragend auch für das zivile Leben eignen.

    Davon ab kann es nicht verkehrt sein, jungen Menschen die Realität dieser Welt nahe zu bringen. Auf kurz oder lang müssen auch wir Europäer verstärkt mit dem Gedanken leben, dass das Militär nach und nach wichtigere Rollen einnehmen wird bzw. werden muss. Und dass es bei POL&IS um eine quasi „atomare Befriedung der Welt“ geht ist schwer darlegbar. Im Gegenteil: POL&IS soll, wie auch viele Planspiele in Wirtschaftsunternehmen, Folgen verschiedener Szenarien darlegen. Es wird hier also kaum für einen „größtmöglichen Erfolg durch Atombomben“ geworben, sondern vielmehr für Alternativen – denn die Folgeszenarien auf das eigene Handeln sind sofort ersichtlich.

  2. julialu Says:

    Hallo Sebastian,
    vielen Dank für Deinen Kommentar zu meinem Blogeintrag.

    Hier meine Antwort:
    Du stellst hier etwas als Realität hin, was lediglich eine ganz bestimmte Weltsicht ist. Die Intention einiger PolitkerInnen, „dass das Militär nach und nach wichtigere Rollen einnehmen wird bzw. werden muss“ ist keineswegs als Realität zu bezeichnen sondern immer noch verhandelbar. Ich bezweifle auch, dass es dafür tatsächlich eine demokratische Mehrheit in Europa gäbe. Leider wird das politische Geschehen hierzulande jedoch immer undemokratischer und auch undurchsichtiger. Irgendwelche Thinktanks wie beispielsweise die Bertelsmannstiftung mischen sich fast unbemerkt und durch die Medien fast gänzlich unkommentiert in die Politik ein und beeinflussen diese u.a. genau in die Richtung der Militarisierung.

    Zu POL&IS kann ich zugegebenerweise nicht so viel mehr sagen, da ich es selbst noch nie gespielt habe.
    Trotzdem noch Folgendes: Nachdem das Spiel an vielen Unis schon mit Studierenden gespielt wurde, kann man in verschiedenen Foren lesen, wie begeistert die Studierenden waren und dass sich einige ernsthaft überlegt haben sich freiwillig als Zeitsoldat zu melden, um in Afghanistan dabei zu sein. Wenn man andererseits hört, wie traumatisiert Soldaten aus Kriegsgebieten zurückkommen, kann man diese ganze Propaganda – egal ob in Hochschulen, Schulen oder in Arbeitsämtern – m.E. keinesfalls befürworten.

    Viele Grüße,
    Julu

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