Neues Miteinander statt goldene Kalbstänze

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Was mich an Linken, Grünen, FDP und SPD stört … selbst wenn ich den Bereich Internet- und Überwachungs-Politik mal ganz aussenvor lasse?

Es ist der Tanz um das goldene Kalb, die ARBEIT.

Die Grünen: "Jobs, Jobs, Jobs".

FDP: "Arbeit muss sich wieder lohnen"

Die SPD 1994: "Arbeit, Arbeit, Arbeit".

Oder die Linke heute: "Arbeitsplätze statt Kriegseinsätze".

Ca. 20 Jahre meines Lebens höre ich nun dieses Reden von ARBEIT und Arbeitsplätzen. Dabei ist historisch gesehen kaum noch menschliche Arbeit nötig, um unsere Grundbedürnisse zu erfüllen. Zudem ermöglichen soziale Techniken und Kommunikationsnetze völlig neue Formen des Miteinanders.

Nicht zuletzt: Das Geldsystem selbst – die Grundlage des bisherigen Arbeits- und Unternehmenssystem wankt. Mir geht es dabei nicht um irgendeine Apokalypse. Sondern darum, dass von der Linken, den Grünen, FDP und SPD bisher nix neues kommt zum Thema gesellschaftliche Organisation, trotz offenkundiger Krisen. Keine Utopie, keine Vision.

Wie es Götz Werner im hörenswerten Podcast zum Bedingunglosen Grundeinkommen ausdrückt: Wir sind umgeben von Realitäten, die mal Utopien waren. Flugzeuge, ICEs, automatisierte Landwirtschaft, Windräder, Computer und Netze mit denen wir uns augenblicklich weltweit mit Freunden verbinden koennen, ohne Aufwand Photos und Musik austauschen … das waren alles jeweils Utopien bevor sie dann ganz „normale“ Realität wurden.

Nicht Staatssozialismus oder obrigkeitsstaatliches „wir-sagen-was-gut-ist-für-euch“ Regieren ist gefragt, sondern neue partizipative Ansätze und neue Kooperationen, die Stück für Stück etwas ändern. Utopien sind auch erlaubt. Ich sehe zum Beispiel die freie Softwarebewegung als eine solchen neuen Ansatz, dem es gelungen ist, Technologie auf höchstem Niveau für die Allgemeinheit frei verfügbar und veränderbar zu machen. 1985 war das noch Utopie. Auch Wikipedia, Youtube, Twitter sind Beispiele für neue Ansätze des Miteinanders, des Teilens von Wissen und Kultur.

Von solchen Überlegungen höre ich aber von den obigen Parteien kaum etwas. Vor allem aber tanzen alle Parteien endlos um die traditionellen Arbeitsformen, um Arbeitszwänge und versuchen aus Existenzängsten Profit zu schlagen. Arbeitsplätze sind keine Resource und sie wachsen auch nicht an Bäumen, sondern sie sind Ergebnis unserer gesellschaftlichen Organisation und unseres Wirtschaftssystems und unserer Ideale. Und dabei gilt: Je weniger menchliche Arbeit gebraucht wird, umso besser! Wenn wir auch nur halb so entwickelt und zivilisiert sind, wie wir uns als westliche Gesellschaft gerne betrachten, dann können wir auch eine bedingslose Grundsicherung organisieren.

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